Zum Hühnerfels und zum Saufels

Eine Leiter im Sandstein, und am Ende Schäferfest

  • Strecke 8,1 km
  • Aufstieg 310 hm
  • Gehzeit 2:36 h
  • Schwierigkeit mittel

Start und Ziel: an der Kirche in Schwanheim

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Losgegangen sind wir an der Kirche in Schwanheim. Das erste Stück führt noch auf Asphalt aus dem Ort hinaus, links eine Sandsteinwand, rechts Gärten — und dann ist der Wald da. Kurz darauf liegt gleich am Weg ein Felsvorsprung mit einem dunklen Loch darunter, groß genug zum Hineinkriechen und mit einem Schild davor. Weiter kamen wir erst einmal nicht.

Der Weg steigt danach stetig an, und stellenweise geht es ordentlich steil zu. Auf halber Höhe hängen bunte Gebetsfahnen zwischen den Kiefern, quer über den Pfad gespannt, wie man sie aus Nepal kennt. Niemand erklärt sie, sie sind einfach da, und sie machen aus einem gewöhnlichen Waldstück etwas, an das man sich erinnert. Dahinter öffnet sich der erste Blick über die bewaldeten Hügel. Unterwegs standen kleine Steintürme am Wegrand, und es blieb nicht aus, dass wir selbst einen dazugestellt haben.

Der eigentliche Grund, warum diese Tour lange in Erinnerung bleiben wird, ist die Leiter am Hühnerfels: eine Eisenleiter mit Rückenschutz, die fast senkrecht am Sandstein hinaufführt. Von unten sieht sie höher aus, als sie ist. Wir sind sie zweimal gestiegen — einmal, weil der Weg dort langgeht, und einmal, weil Raphael so etwas mit sieben nicht nur einmal macht. Oben liegt eine Aussichtsplattform mit Geländer, und der Blick geht über den ganzen Wasgau.

Weiter hinten steht der Saufels: ein roter Sandsteinblock mitten im Buchenwald, oben breiter als unten und ein paar Meter hoch. Unser Raphael davor ist eine gute Maßstabsangabe. Der Rückweg führt über einen breiten Waldweg und an alten Grenzsteinen entlang, die sich hervorragend zum Balancieren eignen.

Unterwegs hängt ein rotes Holzschild an einer Buche, das die Stelle „Khyberpass“ nennt. Der echte liegt gut 5.000 Kilometer weiter östlich und ist eine der berühmtesten Engstellen der Welt: Auf rund fünfzig Kilometern durchschneidet er das Gebirge des Spin Ghar und verbindet Afghanistan mit Pakistan, Kabul mit Peschawar. An der engsten Stelle ist er nur wenige Meter breit, der höchste Punkt bei Landi Kotal liegt auf gut tausend Metern. Über zweitausend Jahre lang war er die wichtigste Landverbindung zwischen Zentral- und Südasien — für Karawanen und für Heere. Die Perser unter Dareios zogen hindurch, Teile von Alexanders Heer, später Mahmud von Ghazni, Babur auf dem Weg zur Gründung des Mogulreichs und Nadir Schah. Im 19. Jahrhundert wurde die Route zum Schauplatz der britisch-afghanischen Kriege: 1842 wurde eine britisch-indische Armee auf dem Rückzug aus Kabul in den Pässen dieses Weges fast vollständig aufgerieben. In den 1920er Jahren bauten die Briten eine Eisenbahn hindurch, mit Dutzenden Tunneln und Kehren. Bis heute ist der Khyberpass eine der Hauptverbindungen zwischen beiden Ländern. Der im Wasgau ist ein schmaler Durchgang zwischen Bäumen — aber der Name sitzt.

Am Kühhungerfels öffnet sich der Wald noch einmal zu einem weiten Blick über den Wasgau. Gegessen haben wir in der Wasgauhütte: herrlich angenehmes Wetter, warm, etwas windig, und ein Schorle dazu.

Zurück in Schwanheim war Schäferfest, also sind wir dort noch hängengeblieben, und auf dem Rückweg gab es in Annweiler ein Eis. Das war nicht geplant und hat den Tag trotzdem rund gemacht.

Auf dem Papier sind es 8,1 Kilometer, 310 Höhenmeter und 2 Stunden 36 Minuten reine Gehzeit; Outdooractive stuft die Runde als mittel ein. Mit sieben Jahren ist sie gut zu schaffen — die Leiter ist die einzige Stelle, an der man kurz aufpassen muss, und genau die will man hinterher wieder machen.

Was wir gelernt haben

  • Die Leiter am Hühnerfels ist mit einem Rückenschutz gesichert und gut zu greifen. Trotzdem geht ein Erwachsener besser dicht hinter dem Jüngsten — und rechnet damit, dass es gleich noch einmal hinauf will.
  • Feste Schuhe lohnen sich: Die Pfade um die Felsen sind wurzelig und teils steil.
  • Die Wasgauhütte liegt an der Strecke und ist der natürliche Platz für die Mittagspause. Wie beim Wanderheim Dicke Eiche lohnt vorher ein Blick auf die Öffnungszeiten, sonst wird die Brotzeit im Rucksack zur Pflicht statt zur Wahl.
  • Start und Ziel ist die Kirche in Schwanheim — eine Runde, ein Auto, kein Umsetzen.

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